Nahrung aus dem Genlabor: Wie riskant ist Gen-Food wirklich?
15.05.2006: Hamburg/MVr Bislang ist ausgewiesenes Gen-Food noch die Ausnahme in deutschen Supermarktregalen. Wohl nicht mehr lange. Denn die Gentechnik in Deutschland soll staatlich gefördert werden.
Umfragen haben ergeben: Die Mehrheit der Deutschen will kein Gen-Food auf dem Teller. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich, und wie kann man sich schützen? Die Frauenzeitschrift FÜR SIE geht in ihrer aktuellen Ausgabe vom 16. Mai 2006 diesen Fragen nach.
Derzeit sind 25 Gen-Pflanzen (verschiedene Sorten Mais, Raps, Soja und Baumwolle) in der EU zugelassen. Jedes gentechnisch veränderte Lebensmittel muss bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit getestet werden, bevor es auf den Markt kommt. Vor allem wird auf bekannte, allergieauslösende Stoffe untersucht. Allerdings fehlen Langzeitstudien: In Europa muss ein gentechnisch verändertes Lebensmittel nur 28 Tage an Tiere verfüttert werden, bei großen Bedenken maximal 90 Tage. "In dieser kurzen Zeit lässt sich lediglich feststellen, ob ein Lebensmittel hochgiftig ist", so Katja Moch in FÜR SIE. Sie ist Biologin am Öko-Institut in Freiburg. Mittel- oder langfristige gesundheitliche Schäden werden demnach gar nicht erfasst.
Ein anderer Kritikpunkt, der immer wieder geäußert wird, bezieht sich auf die Kennzeichnung "Gentechnisch verändert", auf die Hersteller - wenn möglich - gern verzichten. Zu ungenau sei die rechtliche Vorgabe, sagen die Verbraucherschützer. Fraglich sei beispielsweise, ob Zusatzstoffe, Vitamine und Aromen als genmanipuliert ausgewiesen werden müssen. Nicht gekennzeichnet werden auch Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit Gen-Mais und -Soja gefüttert werden, oder Käse, der mittels gentechnisch veränderter Enzyme hergestellt wird.
Wer also sicher gehen will, dass kein Gen-Food auf den Tisch kommt, sollte auf die Ware mit Öko-Siegel zurückgreifen und hier die entsprechende Greenpeace-Broschüre herunterladen, empfiehlt FÜR SIE.
MVregio Landesdienst mv/hh
