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Nach Rechtsextremisten-Beisetzung Angriffe und Krawall von Neonazis

27.07.2008: Passau/MVregio Nach der Beisetzung eines Rechtsextremisten haben Gesinnungsfreunde in Passau eine Ausländerin und einen Journalisten angegriffen und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Zwei der Männer beleidigten die Mongolin nach Polizeiangaben am Samstag in der Innenstadt mit ausländerfeindlichen Parolen und schlugen ihr ins Gesicht. Zuvor hatten mehrere Neonazis am Friedhof bereits versucht, dem 35-jährigen Reporter seine Kamera zu entreißen, hatten ihn niedergeschlagen und getreten. Auch eine 18-jährige Beobachterin wurde angegriffen.

Insgesamt wurden wegen der Übergriffe und des Krawalls sieben Rechtsextremisten vorläufig festgenommen. Vier weitere waren bereits vor der Beisetzung festgenommen worden, weil sie mit Baseballschlägern und Sturmhauben angereist waren. Sie alle kamen bis Sonntag wieder auf freien Fuß.

An der Beisetzung des letzten Vorsitzenden der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei, Friedhelm Busse, hatten den Polizeiangaben zufolge rund 90 Rechtsextremisten teilgenommen. Der angegriffene Reporter erlitt Prellungen am Rücken und im Gesicht. Er arbeitet für das "Netz gegen Nazis", ein Internetportal des Verlags der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Polizei nahm drei der Angreifer auf den Reporter vorläufig fest. Deren Abtransport versuchten den Polizeiangaben zufolge mehrere Neonazis durch eine Sitzblockade zu verhindern. Dabei kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen. Die Polizei wertete das als versuchte Gefangenenbefreiung und nahm drei Personen fest. Auch nach dem späteren Angriff auf die Ausländerin konnten die beiden mutmaßlichen Täter schnell festgenommen werden.

Außerdem wurde ein Neonazi nach dem Verlassen des Friedhofs festgenommen, weil er während seiner Grabrede eine unter der Jacke mitgeführte Hakenkreuzfahne auf den Sarg warf. Gegen ihn werde ein Strafverfahren wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole eingeleitet. Laut "Netz gegen Nazis" handelt es sich um den NPD- Aktivisten Thomas Wulff.

MVregio Landesdienst mv/pa

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Artikel erstellt: 27.07.2008, 16:22, 2251 Anschläge

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