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Bartels fordert Neuausrichtung der Linkspartei in der Opposition

22.09.2006: Greifswald/MVr Der frühere Linkspartei-Landtagsabgeordnete Gerhard Bartels hat von seiner Partei den Verzicht auf eine weitere Regierungsbeteiligung gefordert.

"Wir haben in den vergangenen acht Jahren, als wir in Schwerin mit an der Macht waren, die Hälfte unsere Wähler verloren. Das Votum ist eindeutig", sagte Bartels in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er ist Mitbegründer einer "antikapitalistischen Linken", die sich unmittelbar vor der Landtagswahl innerhalb der Linkspartei gegründet hatte. Bei der Wahl am 17. September war die Linke mit 16,8 Prozent kaum über ihr schlechtes Wahlergebnis von 2002 hinausgekommen.

Sondierungsgespräche mit dem bisherigen Partner SPD seien unsinnig. "Die Hoffnungen einiger Vorstandsmitglieder auf die Neuauflage von Rot-Rot sind aberwitzig", erklärte der 57-jährige Sprachwissenschaftler aus Greifswald. Angesichts der knappen Mehrheit von nur einer Stimme habe sich die SPD bereits Richtung CDU und damit hin zur großen Koalition orientiert. "Wir sollten selbst Nein sagen, und nicht warten, bis es Harald Ringstorff tut."

Die Linkspartei könne nur in der Opposition ihr politisches Profil als linke Alternative zurückerringen. "Unser Wahlprogramm hat sich doch kaum von denen anderer Parteien unterschieden. Warum sollte man uns denn da wählen", fragte Bartels. Der Kapitalismus können die Probleme auf der Welt nicht lösen, er verschärfe die sozialen und ökologischen Konflikte nur noch. "Wenn wir den Raubbau weiter vorantreiben, entledigt sich die Natur bald des Menschen, wie sie sich einst der Saurier entledigte", begründete Bartels seine Systemkritik.

Wenn sich die Linkspartei der zunehmenden sozialen Ausgrenzung immer größerer Bevölkerungsteile nicht konsequent entgegenstelle und alternative Gesellschaftsmodelle aufzeige, mache sie sich überflüssig. Schon bei der Wahl am Sonntag habe die rechtsextreme NPD von der Zuspitzung der sozialen Konflikte profitiert. Die NPD zog mit 7,3 Prozent erstmals in den Schweriner Landtag ein.

MVregio Landesdienst mv/dpa/hgw

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Artikel erstellt: 22.09.2006, 12:47, 2296 Anschläge

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