Inhaftierte im Fall Mannichl wieder frei - Täter aus dem Umfeld des Opfers
15.12.2008: Passau/MVregio Die zwei nach der Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl festgenommenen Tatverdächtigen sind heute aus der Haft entlassen worden.
Die Männer im Alter von 26 und 27 Jahren hätten ein Alibi von Personen aus ihrem privaten Umfeld bekommen, teilte der leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch am Montag in Passau mit. Auch ein DNA-Abgleich mit Spuren vom Tatort habe die beiden entlastet. Mannichl habe zudem die Männer, die der rechten Szene zugeordnet werden, auf Fotos nicht wiedererkannt.
Die Ermittler haben den Angaben zufolge keine konkrete Spur. Allerdings gibt es erste Anzeichen, dass die die Täter aus dem Umfeld von Mannichel stammen könnten. Es werde in alle Richtungen ermittelt, betonte Walch. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Am Tatort würden nun weitere DNA-Proben genommen. Walch schloss einen Massengentest nicht aus.
Laut Walch gehört die Tatwaffe zum Haushalt des Polizeichefs. Mannichl soll das Messer kürzlich bei einer Nachbarschaftsaktion zum Lebkuchenschneiden benutzt haben. Danach habe er es im Garten zurückgelassen. Das nährt den Verdacht, dass die Täter aus dem Umfeld des Opfers stammen. Walch schließt dennoch einen vorsätzlichen Mord nicht aus. Ermittelt wird ihm zufolge weiter wegen versuchten Mordes, unter anderem wegen der Heimtücke der Tat.
Mannichl war am Samstagabend von einem bislang unbekannten Täter an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt worden. Er befindet sich nach einer Notoperation aber außer Lebensgefahr. Unter seiner Leitung war die Polizei im Landkreis Passau in der Vergangenheit immer wieder gegen Neonazis vorgegangen. Laut Walch hatte der Täter nach seiner Messerattacke zu Mannichl gesagt: "Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum." Das könnte aber auch eine bewusste Ablenkung vom wirklichen Täterkreis gewesen sein.
MVregio News red/pas
Lesen Sie dazu die Leserbriefe:
- Leserbrief zu Inhaftierte im Fall Mannichl wieder frei - Täter aus dem Umfeld des Opfers (29.12.2008)
- Leserbrief zu Inhaftierte im Fall Mannichl wieder frei - Täter aus dem Umfeld des Opfers (29.12.2008)
- Leserbrief zu Inhaftierte im Fall Mannichl wieder frei - T?????????????????????????????? (05.01.2009)
