Etwa jeder siebte deutsche Jugendliche ist sehr ausländerfeindlich
17.03.2009: Berlin/MVregio Etwa jeder siebte Jugendliche in Deutschland ist einer Studie zufolge sehr ausländerfeindlich. Das berichteten Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer,
am (heutigen) Dienstag in Berlin aus ersten Ergebnissen des Forschungsprojekts "Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt". Demnach gaben 4,9 Prozent der befragten Jungen an, Mitglied einer rechtsextremen Gruppe oder Kameradschaft zu sein. Bei den Mädchen waren es 2,6 Prozent.
Rechtsextreme Einstellungen seien vor allem bei Jungen anzutreffen, sagte Pfeiffer. Sie verteilten sich zudem regional sehr unterschiedlich. "Das muss uns aufrütteln, dass ein hoher Anteil der Jungen in West- und Ostdeutschland ins Fahrwasser der Rechten geraten ist." Am ausgeprägtesten seien Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus an Hauptschulen.
Für die Studie wurden in den Jahren 2007 und 2008 in 61 Landkreisen und kreisfreien Städten fast 45 000 durchschnittlich 15 Jahre alte Schüler befragt. Zusätzlich wurden 8000 Viertklässler befragt. Der Abschlussbericht soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres vorgelegt werden.
MVregio Landesdienst mv/b
