Mord an 15-Jähriger möglicherweise aufgeklärt
01.08.2005: Rostock/MVr Neun Jahre nach der Ermordung einer 15 Jahre alten Schülerin in Rostock ist die Tat möglicherweise aufgeklärt. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, hat sich ein Rostocker Polizeibeamter in einem Abschiedsbrief
vor seinem Selbstmord der Tat bezichtigt. Der 51 Jahre alte Mann hatte sich vor knapp zwei Wochen in seiner Wohnung mit einer Dienstwaffe durch einen gezielten Schuss in den Kopf getötet. In dem Schreiben habe der Polizist angegeben, nervlich am Ende zu sein, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Bisher gebe es keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass die Selbstbezichtigung des Beamten wahr und er der Mörder der Schülerin gewesen sei. Ein sonstiges Motiv für den Suizid sei nicht erkennbar.
Das Mädchen war in der Nacht zum 7. Juli 1996 in der Nähe einer Fußgängerbrücke zwischen Rostock-Evershagen und Rostock-Schmarl tot aufgefunden worden. Der Beamte hatte den Angaben zufolge zur Tatzeit dienstfrei.
Die Staatsanwaltschaft hat ein umfangreiches DNA-Gutachten in Auftrag gegeben. Eine am Tatort gesicherte DNA-Spur konnte nicht eindeutig zugeordnet werden. Faserspuren sollen einer Spektralanalyse unterzogen werden. Die Staatsanwaltschaft sieht bisher keine Anhaltspunkte, dass das belastende Schreiben nicht von dem verstorbenen Streifenbeamten stammt. Das Ergebnis einer Authentizitätsprüfung des Papiers stand noch aus. In der Wohnung des alleine lebenden Polizisten wurden den Angaben zufolge Besteckteile aus DDR-Zeiten entdeckt. Am Tatort sei seinerzeit eine Gabel eines solchen Bestecks gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die weiteren Ermittlungen noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden.
MVregio Landesdienst ddp/hro
