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Gastarife - Landeskartellbehörde leitet Ermittlungen ein/Ebnet: Preisdifferenzen bis zu 30 Prozent in MV

31.01.2006: Schwerin/MVr Die Landeskartellbehörde hat die Tarife der Gasversorger in Mecklenburg-Vorpommern geprüft und kartellrechtliche Vorermittlungen gegen vier Gas­versorgungsunternehmen aufgenommen.

"Es besteht der Verdacht, dass die Preise bei einzelnen Versorgern nicht allein auf betriebswirtschaftlich begründbaren Kosten beruhen", sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet am Dienstag in Schwerin.

Nach Erhebungen der Behörde gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Preis­differenzen von fast 30 Prozent zwischen den einzelnen Anbietern. Die Prüfung mit dem Stichtag 01.01.2006 ergab, dass derzeit die Stadtwerke Pasewalk die günstigsten Tarife für Gas an­bieten. Die allgemeinen Tarife der Stadtwerke in Wismar liegen derzeit 29,39 Prozent über diesem Tarif. Es folgen die Stadtwerke Neubran­denburg (25,93 Prozent), die Stadtwerke Schwerin (24,86 Prozent) und die Strelagas in Stralsund (20,51 Prozent).

"Wir haben die Versorger jetzt aufgefordert, bis zum 6. Februar Stellung zu nehmen und die Unter­schiede zu begründen", sagte Ebnet. Die Abfrage erfolgte im Rahmen einer mit dem Bundeskartellamt abge­stimmten einheit­lichen Da­tenabfrage mit dem Ziel, ein möglichst koordi­niertes Vorgehen bei der Er­öffnung von Missbrauchsverfahren zu ermögli­chen.

"Die Versorger wurden informiert, dass der Ver­dacht des Missbrauchs ei­ner marktbeherrschenden Stellung besteht", sagte Ebnet. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofes ist ein Preisab­stand schon von 19 Prozent für gleiche Abnahmeverhältnisse derart hoch, dass ohne Weiteres von einem Überschreiten der Grenzen des zuzugestehen­den Tarifgestaltungs­spiel­raums auszugehen ist.

MVregio Landesdienst mv/sn

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Artikel erstellt: 31.01.2006, 12:55, 1940 Anschläge

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