Wolf als Haustier wird scharf verurteilt
11.02.2008: Bonn/Großinzemoos/MVregio Das Hamburger Abendblatt und die Bild berichteten gestern über einen Mann der einen Wolf als Haustier hält.
Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW) distanziert sich scharf von einer derartigen Wolfshaltung und verurteilt sie ausdrücklich.
Dr. Peter Blanché vom Vorstand der GzSdW nimmt zu den Berichten Stellung: "Herr Kullmann ist nicht Rudelführer, denn Wölfe bilden mit Menschen keine Rudel. Ein Rudel ist die Familie der Wölfe, wozu die Zeugung und Aufzucht von Welpen gehört. Er ist auch nicht Botschafter für den Wolf, sondern eindeutig gegen ihn, denn er schadet dem Wolf mit einem solchen ausschließlich eigennützigen Personenkult sehr. Der Nachahmungseffekt, den derartige Berichte auslösen, kann von niemandem verantwortet werden."
Der Wolf ist und bleibt ein Wildtier, auch wenn er für den Menschen in freier Wildbahn grundsätzlich ungefährlich ist. Er wird und kann sich auch nicht auf Dauer wie ein Hund verhalten und kann in Gefangenschaft eine nicht vorhersehbare Gefahr für den Menschen darstellen.
"Es ist unverantwortlich, Wölfe auf diese Weise zu denaturieren und das Bild dieser faszinierenden Tierart vollständig zu verfälschen, nur um den Menschen die Story vom Schmusetier vorzugaukeln," so Dr. Peter Blanché. Die Haltung von Wölfen und Wolfsmischlingen ohne spezielle Genehmigung der Naturschutzbehörden ist in Deutschland strafbar. Genehmigungen werden praktisch nur für Zoos und zugelassene Gehege erteilt, die strenge Auflagen erfüllen müssen.
MVregio Landesdienst mv/bn
