Über die Bananen-DNA zu den "Fachkräften von morgen"
04.09.2009: Schwerin/Greifswald/Groß Lüsewitz/MVregio Wirtschaftsministerium fördert auch künftig Schülerlabore
Die Schülerlabore des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern (FMV) erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Mehr als 7.800 Schüler ab Klassenstufe 4 haben seit 2000 das GenLabor in Greifswald und seit 2006 das Schülerlabor BIOlogisCH in Groß Lüsewitz besucht. Das Projekt "Lernort Labor - Wissenschaft erleben und begreifen" wird auch künftig vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialstrukturfonds (ESF) gefördert. Bis einschließlich 2011 stehen dafür 484.000 Euro zur Verfügung.
"Durch die moderne Laborausstattung und dem damit verbundenen breiten Spektrum an Experimentiermöglichkeiten wecken wir das Interesse der Schüler an naturwissenschaftlichen Themen, insbesondere in den Fächern Biologie und Chemie. Dabei ergänzt die praxisnahe Ausrichtung in idealer Weise den Unterricht an den Schulen des Landes", betonte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU).
Durch die Labore soll das an den Schulen erworbene theoretische Wissen im authentischen Laborumfeld im praktischen Experiment umgesetzt werden. Die Mädchen und Jungen lernen nicht nur verschiedene Labortätigkeiten kennen. Sie nehmen aktiv daran teil, was wiederum auch hilft, Berührungsängste gegenüber den naturwissenschaftlichen Fächern abzubauen. Unter fachkundiger Anleitung von Naturwissenschaftlern können die jungen Nachwuchswissenschaftler Versuche zu den Themen Gentechnik und Molekularbiologie sowie Experimente im Bereich der Alltagschemie durchführen. Ob Versuche zum "Genetischen Fingerprint", bei dem ein Tatverdächtiger von "mehreren Verdächtigen" überführt wird, über die Isolation der DNA einer Banane bis zum Nachweis von Proteinen in Nahrungsmitteln, die Bandbreite an Arbeitsmöglichkeiten ist in den Laboren riesig. "In den Forschungsräumen können die Schüler experimentelle Erfahrungen sammeln, die in dem Ausmaß an einer Schule gar nicht realisierbar wären", unterstrich Dr. Anke Scheunemann, Leiterin des Schülerlabors in Groß Lüsewitz. "Zudem leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Berufsorientierung. Wer Spaß an der Arbeit im Labor hat, schlägt nicht selten eine berufliche Perspektive als Naturwissenschaftler ein."
Darüber hinaus gibt es in den Einrichtungen von Greifswald und Groß Lüsewitz die Möglichkeit, einen Laborführerschein in allen Klassenstufen zu erwerben. Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 können beispielsweise an den 18 Arbeitsplätzen in Groß Lüsewitz im Chemiebereich ihre erworbenen Fertigkeiten beim Durchführen von Experimenten oder beim Umgang mit einem Brenner unter Beweis stellen. Nach erfolgreich bestandener "Prüfung" erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.
Aktuell steht ein neuer Internetauftritt kurz vor der Fertigstellung. Über die Internetseite möchte der FMV die Kursangebote für Lehrer und Schüler noch transparenter machen und über Neuigkeiten und Wissenswertes aus den Laboren informieren.
BU: Bei den Schülern gehören unter anderem die Kurse "Genetischer Fingerprint" und "Chemie im Alltag" zu den beliebtesten Mitmachexperimenten.
MVregio Landesdienst mv/sn
