Schornsteinfegerhandwerk bald nicht mehr konkurrenzlos
14.12.2006: Rostock/MVr Schornsteinfeger müssen sich auf Konkurrenz einstellen. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Neuordnung des Schonsteinfegerhandwerks in Deutschland.
Bis Sonntag muss sie der EU-Kommission einen entsprechenden Entwurf vorlegen. In Brüssel sieht man in den seit Jahrzehnten bestehenden Privilegien der Zunft einen Verstoß gegen Bestimmungen des europäischen Binnenmarkts.
Hausbesitzer begrüßen das Kippen des Monopols der Schornsteinfeger. Die Branche selbst will sich der Reform nicht verschließen, befürchtet aber einen Verlust an Sicherheit für die Haushalte, wie der Obermeister der Schornsteinfegerinnung in Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Ziola, sagte. Auch die Preise für einzelne Leistungen könnten sich erhöhen, da die Anfahrtswege der Schornsteinfeger unter Umständen länger werden.
Deutschland ist seit 1935 in rund 8000 Kehrbezirke eingeteilt, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 172. Einem Schornsteinfegermeister wird ein Kehrbezirk auf Lebenszeit zugeteilt. Künftig soll jeder Hauseigentümer seinen Schornsteinfeger europaweit frei wählen können. Auch die starre Gebührenordnung soll fallen.
MVregio Landesdienst mv/hro
