Väter sollten Elternzeit stärker nutzen - Mehr gesellschaftliche Akzeptanz erforderlich
14.11.2007: Schwerin/MVregio Der Familienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Harry Glawe, hat die nur unzureichende Inanspruchnahme der Elternzeit durch Väter in Mecklenburg-Vorpommern als Herausforderung für die Landespolitik bezeichnet.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 wurden im Land insgesamt 8.042 Anträge bewilligt. 7,7 Prozent entfielen dabei auf Väter. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 sei dies zwar ein geringer Anstieg. Damals waren nur 6,4 Prozent der Antragsteller männlich. Allerdings sollten mehr Väter das Elterngeld nutzen.
"Die geringe Inanspruchnahme der Elternzeit durch Väter in Mecklenburg-Vorpommern hat zwei Ursachen. Zum einen wächst fast die Hälfte der Kinder in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr bei Mutter und Vater, sondern bei Alleinerziehenden auf. Diese gesellschaftliche Tendenz kann kritisch gesehen werden, ist jedoch gelebte Wirklichkeit. Zum anderen fehlt viel zu oft leider die gesellschaftliche Akzeptanz für Väter, die die Elternzeit nutzen wollen.
Allzu oft erfahren Väter, die die Elternzeit nutzen, keine Unterstützung in ihrem sozialen Umfeld. Oft genug werden Väter, die für ihr Kind zu Hause bleiben wollen, bestenfalls belächelt. Auch an Mobbing grenzenden Sprüchen müssen sich viele Väter erwehren. Hier ist die Landespolitik gefragt. Sie muss mit dazu beitragen, das gesellschaftliche Klima zu verbessern. Jeder Vater, der sich eine Auszeit nimmt und sich um sein Kind kümmert, verdient unsere volle Anerkennung. Jeder der 619 Väter, die bisher die Elternzeit beantragt und in Anspruch genommen haben, ist ein Vorbild", so Harry Glawe.
MVregio Landesdienst mv/sn
