Stettiner Woiwodschaftsabgeordnete warnt vor rechter Szene in Polen
14.02.2008: Stettin/MVregio Im Polen breitet sich die neofaschistische Szene nach Ansicht der früheren Sejm-Abgeordneten Elzbieta Piela-Mielczarek immer weiter aus.
Sie sei jedoch vor allem über das Internet aktiv und daher schwer zu fassen, sagte die Politikerin, die heute als Abgeordnete im Parlament der Woiwodschaft Stettin tätig ist, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.
Unter dem Motto "Polen den Polen" werbe zum Beispiel die inzwischen verbotene Organisation "Nationale Wiedergeburt Polens" (Narodowe Odrodzenie Polski) für ihre nationalradikalen Ziele. Rassistische Parolen verbreite in Polen auch die Sekte "Weltkirche des Schöpfers" (World Church of the Creator - WcotC), die das "Vierte Reich" und das "Überleben der weißen Rasse" propagiere.
"Wir haben festgestellt, dass solche Organisationen inzwischen Schulungen durchführen und in illegalen Druckereien Propagandamaterial herstellen lassen", sagte Piela-Mielczarek. Bislang konzentrierten sich diese Organisationen auf die Gewinnung männlicher Mitglieder. Allerdings würden einige von ihnen dem Beispiel westeuropäischer Kameradschaften folgen und sich zunehmend auch Frauen öffnen.
In der polnischen Öffentlichkeit werde das Problem bislang viel zu wenig wahrgenommen, kritisierte die Abgeordnete. So gebe es bislang kaum Untersuchungen über Neonazis in Polen. Lediglich in Warschau sei bislang die 1996 gegründete "Gesellschaft Nie wieder" aufklärend tätig.
MVregio Landesdienst mv/st
