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Der gestrandete Wal wird morgen in Warnemünde an Land gehievt

15.01.2006: Rostock/MVr Für die Bergung des 17 Meter langen Tieres werden Spezialkräne benötigt, die frühestens am Montag zur Verfügung stehen, wie der Direktor des Stralsunder Meeresmuseums,

Harald Behnke (Foto), am Sonntag sagte. Der Walexperte hatte den toten Wal in Warnemünde selbst in Augenschein genommen. Das Tier, vermutlich ein Finnwal, sei außergewöhnlich abgemagert. Meeresbiologen werden den Wal zerlegen und die Todesursache untersuchen.

Der Wal war am Samstag vor der Wismarer Ostseeküste entdeckt worden. Er wurde in den Tonnenhof Warnemünde geschleppt, da die Zufahrt nach Stralsund durch Eis behindert wird.

Der Warnemünder Tonnenhof war am Wochenende "Wal(l)fahrtsort" für zahlreiche Spaziergänger. Ein am Samstag vor Wismar gestrandeter Finnwal hat hier vorübergehend seinen Liegeplatz. Das tote Tier war von einem Angler auf einer Sandbank in der Wismarbucht entdeckt worden. Für seine Körperlänge von etwa 17 Metern sei der Wal "erstaunlich dünn", sagte der Direktor des Stralsunder Meeresmuseums, Harald Behnke. Er sei gespannt auf die Untersuchungsergebnisse.

Noch vor einem halben Jahr, als ein ebenso großer Finnwal-Kadaver vor Rügen entdeckt wurde, sprachen die Experten von einer zoologischen Sensation. 100 Jahre lang hatte es solch einen Fund nicht mehr vor der deutschen Ostseeküste gegeben, wenngleich öfter kleinere Wale einen Abstecher in das Binnenmeer wagen. In den vergangenen Jahren seien aber immer die Spuren von Finnwalen in der Ostsee verfolgt worden, sagte Behnke. Dänische Kollegen hätten beobachtet, dass Tiere dieser zweitgrößten Walart Fischschwärmen nachziehen.

Ob sich auch der "Wismar-Wal" so ins flache Küstengewässer verirrt hat, ist noch unklar. Als der Angler ihn fand, lag er in nur 60 Meter Wassertiefe und war bereits tot. Äußerlich sei der Wal unverletzt und auch der Verwesungsprozess habe noch nicht eingesetzt, sagte Behnke.

Ein Boot der Wasserschutzpolizei nahm das Tier an den Haken und schleppte es zunächst in tiefere Gewässer.

Ursprünglich sollte der graublaue Koloss an der Schwanzflosse auf direktem Weg nach Stralsund zum Meeresmuseum gezogen werden. Leichter Eisgang verhindert jedoch einen unbeschadeten Transport, so dass ein Zwischenstopp in Warnemünde eingelegt wurde. Hier lugt jetzt nur die weiße, etwa eineinhalb Meter breite Schwanzflosse aus dem Wasser. Mit Seilen wurde der Wal direkt an der Kaikante festgemacht. Einen halben Tag lang hatten Besucher die Möglichkeit, den Wal zu besichtigen, bevor das Wasser- und Schifffahrtsamt das Gelände wieder sperrte. Mitarbeiter Klaus-Dieter Fröse ließ sich jedoch mehrere Male erweichen und führte Besucher erneut zur Pier.

Am Montag soll entschieden werden, wo und wann das Tier an Land gehievt wird. So lange sei es bei den kühlen Wassertemperaturen gut konserviert, sagte Behnke. Beim Finnwal im vergangenen Sommer hatten die Meeresbiologen in der Hitze noch gegen Stunden kämpfen müssen, um der Verwesung zuvorzukommen. Von der Untersuchung erhoffen sich die Walexperten nicht nur Hinweise über die Todesursache des Tieres, sondern auch auf die Lebensumstände des seltenen Ostsee-Besuchers.

Bei 20 Tonnen, verteilt auf 17 Metern Länge, sei der Wal geradezu abgemagert. Er könnte wesentlich besser im Futter stehen, sagte Behnke. Nach der Zerlegung sollen die Knochen des Tieres im Meeresmuseum bleiben und im künftigen Ozeaneum ausgestellt werden

MVregio Rostock cb/ks/ddp/hro

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Artikel erstellt: 15.01.2006, 17:08, 3742 Anschläge

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