Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige:
Anzeige:

Immobilienstreit - Morddrohung gegen Wariner Bürgermeister nur ein übler Trick?

28.12.2008: Schwerin/Warin/MVregio Nach der Drohung in der rechtsextremen Internetplattform "Altermedia", er sei das nächste Opfer, steht der Bürgermeister der westmecklenburgischen Kleinstadt Warin (Kreis Nordwestmecklenburg) unter Polizeischutz.

Wie NDR-MV am Samstag (27.12.2008) berichtete, soll es sich um "Morddrohungen" gegen den jetzt parteilosen Hans-Peter Gossel durch einen Unbekannten handeln. Gossel war mal CDU-Mitglied. Der Text in dem Forum war am 20. Dezember 2008 um 13:24 Uhr veröffentlicht worden. Darin sei auch Bezug auf den Anschlag gegen den Passauer Polizeichef Alois Mannichl genommen worden. Als Hintergrund wird laut dem Bericht ein Streit um einen beabsichtigten Immobilienkauf der dritten Vorsitzenden der Interim Partei Deutschland (IPD) Heidrun Seip in Warin, Am Mühlentor 20 vermutet.

MVregio News hat inzwischen herausgefunden, dass es sich bei der angeblichen Morddrohung um folgenden Text handelt, den ein Unbekannter mit dem Pseudo "Wetekamp" am 20. Dezember 2008 um 13:24 Uhr in dem Forum von "Altermedia" (2) geschrieben hat:

"Aauuuuufffffffpasssssssssssäääännnnn!!! Hoch-Zeit der Lebkuchenmesser!! Das nächste "Opfer” stellt sich zur Verfügung. Gossel? Kommt von Gössel = Gans. Weihnachtszeit, Weihnachtsgänsezeit …" In einem weiteren Text des anonymen Autors soll dann ein Strichmännchen mit einem Messer in der Hand aufgeführt sein. Nach Recherchen von MVregio News könnte es sich dabei allerdings um eine geschmacklos veränderte Kopie eines ebenso geschmacklosen Zeichentrickfilms zu Vorfällen um das Attentat auf den Polizeidirektor aus Passau handeln. Darin sticht ein Strichmännchen auf ein andres Strichmännchen, das als Mannichl bezeichnet ist, ein.

Polizeipsychologen in Schwerin sollen darin eine Morddrohung gesehen haben und deshalb den Personenschutz für Gossel angeordnet. Ein Insider der Internetplattform "Altermedia" meint, dass dieser Autor unter dem Pseudonym "Wetekamp" bisher noch nicht bei "Altermedia" geschrieben hat. Es gab zuvor schon einen Autor der unter "Wetekamp" schrieb, doch der soll mit diesem "Wetekamp" nicht identisch sein. Hier soll es sich um einen User handeln, den Namen von einem andrem übernommen hat. Technisch ist das Möglich und wird auch häufig praktiziert. Das könnte darauf hinweisen, dass es sich um einen einmaligen Vorgang handelt, was wiederum den Verdacht erhärtet, dass hier jemand gezielt versucht Stimmung zu machen.

Nachtbarn berichten, es ginge gar nicht darum, wer oder welche Organisation das Objekt erwerbe. Ein Namentlich nicht bezeichneter Freund des Bürgermeisters wollte das Objekt nach dem Tod von der Eigentümerin Evelyn O. haben. Heidrun Seip, dritte Vorsitzende des Prüf-und Beschaffungsverband e.V. aus Großhansdorf, die den Verein als Käuferin vertritt, sei ihm aber zuvorgekommen. Heidrun Seip ist auch in der Interim Partei Deutschland tätig. Seitdem versuche die Stadtverwaltung händeringend den Kauf nachträglich doch noch zu verhindern. Ein gut unterrichteter Informant (*) aus Warin bestätigte gegenüber MVregio News, die Stadt hätte die Frist für die Ausübung ihres Vorkaufsrechts versäumt, und nun versuche sie mit allen Tricks doch noch zum Ziel zu kommen. "Wenn es ihr um die Verhinderung der Ansiedlung von der IPD gegangen wäre, hätte sie bloß rechtzeitig ihr Vorkaufsrecht ausüben müssen", so der Informant. Ein guter Freund des Bürgermeisters aus alten CDU Tagen soll dabei eine dubiose Rolle spielen. Wörtlich meinte der Informant:"Dem sei es auch zu zutrauen, dass er den Quatsch da ins Internet geschrieben hat." Möglicherweise wisse der Bürgermeister davon gar nichts, meinte er abschließend. Gossel genießt den Ruf manchmal aufbrausend und hartnäckig zu sein, aber ansonsten Integer.

Die zuständige Polizeidirektion Schwerin bestätigte lediglich, dass derzeit immer noch Personenschutz für den Bürgermeister Gossel angeordnet sei. Weitere Informationen seien heute am Sonntag (28-12-08) nicht zu bekommen, da sich das zuständige Fachkommissariat erst am Montag mit den Fakten vertraut machen muss.

So konnte auch nicht geklärt werden, ob die Polizei den Absender der Morddrohung gegen den Bürgermeister bereits verifiziert hat. Internetfachleute bezweifeln allerdings, dass es überhaupt möglich sei. Bei "Altermedia" kann jeder anonym sogenannte Kommentare schreiben. Dabei wird seine IP Adresse nicht erfasst. Daher kann jeder diese Nachricht geschrieben haben - auch ein Beteiligter des Immobilienstreites, um so die Stimmung in eine Richtung zu lenken.

Nach Angaben des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern gebe es Hinweise darauf, dass die Partei "Bezüge zum Rechtsextremismus hat", berichtete der NDR. Dies müsse aber noch geprüft werden, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Sender. Die Polizei nehme die Bedrohung sehr ernst und habe entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen.

MVregio Schwerin kdb/sn/red

(*) Der Name des Informanten ist der Redaktion bekannt und durfte auf Bitte nicht genannt werden.

Lesen Sie dazu die Leserbriefe:

Leserbrief schreiben | Artikel verschicken | Artikel drucken

Artikel erstellt: 28.12.2008, 13:44, 5778 Anschläge

Anzeige: