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"Gewalt in der Familie - Früherkennen - Richtig Handeln"

31.01.2009: Rostock/Schwerin/MVregio Unter dem Titel "Gewalt in der Familie - Früherkennen - Richtig Handeln" findet heute in Rostock eine Fachtagung statt, die gemeinsam von der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung,

der Zahnärztekammer, der Ärztekammer und der Techniker Krankenkasse des Landes ausgerichtet wird.

Ziel ist es, die Sicherheit von Medizinerinnen und Medizinern im Erkennen von Gewalteinwirkungen besonders auf Frauen und Kinder zu erhöhen. Dabei steht die Dokumentation von Folgen der Gewalt ebenso auf der Tagesordnung wie die Antworten auf ganz praktische Fragestellungen: Wie spreche ich Frauen oder Kinder als häufige Opfer von Gewalt einfühlsam und trotzdem zielgerichtet an? Wie gehe ich mit dem Verdacht auf häusliche Gewalt als Ursache von Verletzungen oder Erkrankungen um? Welche rechtlichen Hinweise sind aus der Sicht der Staatsanwaltschaft durch die Ärzteschaft zu beachten?

Dr. Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung: "Ärztinnen und Ärzte sind für die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder mit die wichtigsten Vertrauenspersonen. Sie benötigen deren medizinische Hilfe, aber auch deren Rat. Denn in den meisten Fällen sind Frauen und Kinder als hauptsächliche Opfer häuslicher Gewalt nicht in der Lage, allein die Gewaltspirale zu durchbrechen. Das große Interesse der Medizinerinnen und Mediziner für diese Fachtagung zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht."

"Wenn eine Zahn- oder Kieferverletzung behandelt werden muss, ist die Hürde der Gewaltopfer nicht ganz so hoch, sich an den behandelnden Zahnarzt zu wenden. Nicht selten ist es gerade der Zahnarzt, der als erster oder einzige Mediziner aufgesucht wird, weil Schäden im Kiefer- und Zahnbereich eben nicht unbehandelt ausheilen", sagt der Präsident der Zahnärztekammer M-V, Dr. Dietmar Oesterreich. "Hier sind Zahnärzte gefordert, sensibel die Patienten anzusprechen und sie zu ermutigen, sich professioneller Hilfe oder gar Ermittlungsbehörden anzuvertrauen", betont Dr. Oesterreich.

Seit einem Jahr gibt es im Internet das Portal " www.gewalt-gegen-kinder-mv.de " der Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Portal informiert Ärzte, Zahnärzte und andere Berufsgruppen, über die verschiedenen Anzeichen von Gewalt. Die umfangreiche Suchfunktion enthält ein Anschriftenverzeichnis von Ansprechpartnern in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist nach Kommunen geordnet und soll die Zusammenarbeit vor Ort unterstützen.

"Rund achtzig Internetbesucher am Tag und das mit steigender Tendenz beweisen uns, dass solche Hilfestellungen nötig sind", erklärt Dr. Volker Möws, Leiter der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, diesen Schritt der Kasse. "Zu oft jedoch bleiben Fälle der Gewaltanwendung in Familien und vor allem gegen Kinder im Verborgenen. Daher sind wir alle gefordert, noch aufmerksamer zu werden und jegliche Anzeichen, die auf eine Gewalteinwirkung hinweisen, wahrzunehmen", sagt Möws.

MVregio Landesdienst mv/hro/sn

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Artikel erstellt: 30.01.2009, 20:57, 3329 Anschläge

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