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Westerwelle in Rostock - Da bedarf es schon mehr als ein Ei, um mich am Reden zu hindern!

21.05.2009: Rostock/MVregio Guido Westerwelle auf Wahlkampftour in Rostock - Schon der Beginn war spektakulär: Ein vermutlicher Linksextremist trifft den FDP-Bundesvorsitzenden mit einem Eierwurf.

Dieser trocken: "Da bedarf es schon mehr als ein Ei, um mich am Reden zu hindern" und weiter (offensichtlich auf derartige Vorfälle gut vorbereitet): "Stellen Sie sich vor, es wäre ein Stein! Stellen Sie sich vor, es wäre eine Waffe! Wir Freien Demokraten treten an, um unsere Demokratie gegen Extremisten von Links wie von Rechts zu verteidigen!"

Dank des Eierwerfers bestens in Szene gesetzt und der ungeteilten Aufmerksamkeit der etwa 500 Zuhörer auf dem Rostocker Neuen Markt sicher, begann Guido Westerwelle als Redner zu brillieren:

Seiner vermuteten Wählerklientel entsprechend gab es Streicheleinheiten für den Mittelstand, dem "Rückgrat der Wirtschaft". Dieser "in der letzten Regierungsperiode besonders gebeutelten" Bevölkerungsschicht versprach Westerwelle eine "grundlegende und faire" Steuerreform. Die somit freigesetzte Kaufkrafterhöhung würde geeignet sein, die Staatsfinanzen zu sanieren.

Dass diese eine derartige Maßnahme dringend nötig haben, belegte der FDP-Chef mit mannigfaltigen Rechenexempeln. Hierbei übte er auch heftige Kritik an der Gesundheitsreform der Großen Koalition. Westerwelle sprach in deren Zusammenhang von einer "Doppelbürokratie" mit entsprechender Kostenzunahme für die Beitragszahler.

Der Regierung Merkel warf er Verschwendungssucht vor und belegte dies u.a. damit, dass die Bundesregierung zuletzt 400 Mio. Euro Entwicklungshilfe an China gezahlt habe, obwohl die Volksrepublik Deutschland jüngst auf Platz 3 der größten Volkswirtschaften abgelöst habe.

Die Regierungsparteien kritisierte Westerwelle dafür, das Volk "zu entmündigen", indem sie sich als die "Eigentümer des Volksvermögens" aufspielen würden, obwohl sie nur dessen Treuhänder wären. Erwartungsgemäß hagelte es heftige Kritik an der Abwrackprämie, die Westerwelle als "Strohfeuer ohne Nachhaltigkeit" abkanzelte: Er wolle lieber "in junge Köpfe statt in alte Autos" investieren, machte sich Westerwelle für den Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland stark.

In diesem Zusammenhang sprach er sich indirekt für die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke wie auch für die vorurteilsfreie Erforschung neuer Technologien wie der Gentechnik aus und kritisierte die von anderen Parteien betriebene "Symbolpolitik" und "Ökoschikane".

Schließlich übte Westerwelle noch heftige Kritik an Steinbrücks Luxemburg-Attacke und sprach von einer "europäischen Schicksalsgemeinschaft" in der man sich aufeinander verlassen müsse. Als Alleinstellungsmerkmal der FDP formulierte Westerwelle "das Vertrauen zuerst gegenüber dem Bürger statt gegenüber dem Staat" und appellierte an den mündigen Bürger, der sich nicht bevormunden lassen solle.

Außer dem sichtlich gut gelaunten Bundesvorsitzenden präsentierte sich noch die FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl Silvana Koch-Mehrin in einem Bühnenprogram, das von Livemusik, Bratwurst und Bier eingerahmt wurde: Das Superwahljahr 2009 ist eröffnet!

MVregio Rostock red/km/hro

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Artikel erstellt: 20.05.2009, 21:32, 3757 Anschläge

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