Polizei warnt vor Internet - Betrügern
13.01.2010: Rostock/MVregio In einem aktuellen Fall von Internetbetrug ermittelt das Fachkommissariat Wirtschaftskriminalität der Kriminalpolizeiinspektion Rostock seit Dezember 2009.
Bundesweit gingen in der Vorweihnachtszeit mehr als fünfzig Anzeigen in verschiedenen Dienststellen ein, die jetzt in Rostock bearbeitet werden.
Den Strafanzeigen und Hinweisen zufolge, bot eine Firma mit dem Namen "plasma-invasion" über das Internet neuwertige Plasma - Fernseher zu nicht marktgerechten Dumpingpreisen an.
Die Interessierten ließen sich über die offensichtlich professionell gestaltete Verkaufsplattform von den vermeintlich günstigen Angeboten locken und entschlossen sich zum Kauf. Einige Geschädigte beabsichtigten sogar mehrere Geräte zu erwerben. Die Tatverdächtigen, die zu keinem Zeitpunkt tatsächlich Fernsehgeräte verkaufen wollten, hatten den Internetbetrug detailliert vorbereitet.
Zunächst boten sie über eine Stellenanzeige im Internet einen Nebenjob an. Sie gaben sich als eine im Ausland ansässige Elektronikfirma aus und suchten eine Person, die ihnen ein Konto in Deutschland zur Abwicklung ihrer Internetverkäufe zur Verfügung stellen würde. Für das Überlassen des Kontos mit PIN und TAN - Nummern stellten sie dem Kontoinhaber einen monatlichen Nebenverdienst von 400 Euro in Aussicht.
Auf diese Stellenanzeige meldete sich ein 43 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Bad Doberan. Per Mail schloss er einen Vertrag mit der angeblich in Italien ansässigen Elektronikfirma ab und teilte daraufhin seine kompletten Bankdaten mit.
Die angeblichen Fernsehverkäufer forderten nun die Kaufinteressenten auf, bei Bestellung eines Gerätes in Vorkasse zu gehen. Zahlreiche Geschädigte bestellten Fernsehgeräte und zahlten den Preis auf das Konto des 43jährigen Mannes aus dem Landkreis Bad Doberan. Die Summen lagen zwischen 150 und 650 Euro. Im Besitz der Kontodaten räumten die Betrüger zwischenzeitlich das Konto immer mal wieder ab. Eine beträchtliche Restsumme konnte allerdings sichergestellt werden.
Keiner der Kunden erhielt ein Gerät.Stattdessen mussten die Geprellten im Internet lesen, dass die Fernsehgeräte leider ausverkauft sind und ihnen ein fröhliches Weihnachtsfest gewünscht wurde. Auch die im Impressum der Internetseite angegebenen Firmendaten erwiesen der sich als fiktiv.
Erste Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Rostock ergaben, dass die Spuren der Täter ins Ausland führen. Die Ermittlungen dauern an.
Im Zusammenhang mit dem Online - Handel rät die Kriminalpolizei:
. Überprüfen Sie die Seriosität des Anbieters! Informieren Sie sich so gut es geht über den Verkäufer. Achten Sie bei gewerblichen Anbietern auf die so genannte Anbietertransparenz und vergewissern Sie sich, dass beispielsweise Identität und Anschrift des Anbieters, Garantie- und Gewährleistungsbedingungen sowie Widerrufs- oder Rückgaberecht leicht auffindbar und verständlich sind. Hilfreich bei der Einschätzung des Anbieters sind auch Bewertungsprofile, wie sie bei Online-Marktplätzen üblich sind, oder Internet-Gütesiegel. Achten Sie zum Beispiel auf das Siegel "Geprüfter Online-Shop", das vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) in Kooperation mit dem EHI Retail Institute vergeben wird, oder andere von der Initiative D21 empfohlene Gütezeichen: www.internet-guetesiegel.de
. Wählen Sie sichere Zahlungsmethoden! Dazu gehören beispielsweise die Zahlung per Rechnung, Bankeinzug oder Kreditkarte. Auch mit der Nutzung eines Online-Zahlungsservices, wie zum Beispiel PayPal, wird ein hohes Maß an Sicherheit erreicht. Bargeld-Transferservices wie Western Union oder MoneyGram sind hingegen keine geeigneten Zahlungsmethoden, wenn Sie den Verkäufer nicht persönlich kennen. Tätigen Sie niemals einen Online-Kauf, bei dem der Verkäufer auf einen Bargeld-Transferservice als Zahlungsmethode besteht.
. Prüfen Sie Artikelbeschreibung sowie Versand- und Lieferbedingungen! Lesen Sie vor dem Kauf die Beschreibung des Artikels genau durch und prüfen Sie die Bilder der Ware sorgfältig. Achten Sie auch auf die Lieferbedingungen und Versandkosten. Sind nicht alle relevanten Details ausreichend erläutert oder bestehen hinsichtlich der Beschreibung Unklarheiten, sollten diese vor dem Kauf mit dem Verkäufer geklärt werden. Kaufen Sie von einem Anbieter außerhalb der EU, sollten Sie sich außerdem über die Höhe möglicher Zusatzkosten wie Steuern oder Zoll informieren.
. Achten Sie auf Ihr Widerrufs- oder Rückgaberecht bei gewerblichen Anbietern! Nach den Vorschriften für Fernabsatzverträge kann ein Kaufvertrag, der zwischen einem Händler und einem Verbraucher geschlossen wird, ohne Angabe von Gründen widerrufen und der gekaufte Artikel wieder an den Händler zurückgesandt werden. Über dieses Widerrufs- oder Rückgaberecht muss der Händler den Verbraucher schriftlich oder per E-Mail informieren. Geschieht dies gerechnet ab dem Erhalt der Ware. Wird der Verbraucher erst nach Vertragsschluss über sein Widerrufs- oder Rückgaberecht informiert, so kann er innerhalb von einem Monat nach Erhalt der Ware den Vertrag widerrufen.
. Schützen Sie ihre Daten! Wenn Sie per E-Mail aufgefordert werden, vertrauliche Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen über einen Link oder ein Formular einzugeben, seien Sie misstrauisch. Seriöse Unternehmen fragen solche Daten niemals per E-Mail, über einen Link oder ein Formular ab.
. Wählen Sie sichere Passwörter und geben Sie diese niemals an Dritte weiter! Ideal ist eine Länge von mindestens acht Zeichen, am besten eine Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Wählen Sie keine Namen, Begriffe aus Wörterbüchern oder solche, die einen engen Bezug zu Ihrer Person haben und somit leicht zu erraten sind. Wählen Sie für unterschiedliche Internet- Anwendungen verschiedene Passwörter.
. Achten Sie auf technische Sicherheit bei der Datenübertragung! Anbieter sollten eine verschlüsselte Übertragung persönlicher Daten ermöglichen. Erkennbar ist dies in der Regel an dem Kürzel https:// in der Adresszeile des Browsers und weiteren visuellen Hinweisen wie zum Beispiel einem kleinen Schloss-Symbol in der unteren Browserleiste.
Weitere Informationen zum sicheren Online - Handel sind im Internet unter www.polizei-beratung.de zu finden.
MVregio Rostock red/hro
