WWF fordert kostenfreie Abwasserentsorgung von Kreuzfahrtschiffen
09.02.2010: Stralsund/Helsinki/MVregio Die Einführung kostenfreier Entsorgungsangebote für Kreuzfahrtschiffe in deutschen Häfen fordert die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF).
Jährlich beförderten Luxusliner rund 80 Millionen Passagiere durch die Ostsee, sagte WWF-Projektleiter Jochen Lamp am Dienstag in Stralsund anlässlich des am Mittwoch in Helsinki beginnenden Umwelt-Gipfels der Ostseeanrainerstaaten. Während Häfen wie Stockholm, Helsinki, Kopenhagen und St. Petersburg bereits über vorbildliche Entsorgungssysteme verfügten, bestehe an der deutschen Ostseeküste noch dringender Handlungsbedarf.
Zudem müsse Deutschland endlich die 2009 von der EU beschlossene Ballastwasser-Konvention ratifizieren. Gute Absichten und vollmundige Versprechen retteten die Ostsee nicht, jetzt müssten Taten folgen, forderte der Experte. Er verwies darauf, dass schätzungsweise 7000 Tier- und Pflanzenarten über das Ballastwasser der internationalen Schifffahrt in fremde Ökosysteme gelangten. Sie verdrängten die heimische Artenvielfalt, setzten das heimische ökologische Gefüge außer Kraft und verursachten weltweit jährliche Schäden von 36 Milliarden Euro in der Fischerei, bei Hafenbetreibern und Wasserversorgern.
Auf der Helsinki-Konferenz wollen Vertreter aller Ostseeanrainerstaaten über wichtige Probleme in den Bereichen Meeresschutz und Schiffssicherheit beraten. Nach Angaben der finnischen Veranstalter werden mit Partnern in Forschung und Industrie rund 400 Projekte zum Schutz des Brackwassermeeres vorbereitet.
MVregio Landesdienst mv/hst
