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Erfinderische Schmuggler - Millionen Zigaretten in umgebauten Autos

27.12.2007: Stralsund/MVregio Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Häfen und der Grenze zu Polen ist 2007 wieder ein Einfallstor für den Zigaretten- und Alkoholschmuggel gewesen.

Als beliebteste Methode erfinderischer Schmuggler erwies sich der Transport von Zigaretten in umgebauten Kleintransportern, Lastwagen oder Personenwagen. Der Zoll erwarte 2007 eine ähnliche Zahl beschlagnahmter Schmuggelzigaretten wie im Vorjahr, sagt der Sprecher der Oberfinanzdirektion Hamburg, Arnes Petrick. 2006 seien in Mecklenburg-Vorpommern 13,2 Millionen Glimmstängel aus dem Verkehr gezogen worden, knapp vier Millionen mehr als im Jahr zuvor. Die genauen Zahlen für 2007 will das Bundesfinanzministerium im März bekanntgeben.

Im Gegensatz zu Hamburg gehen den Zöllnern in Mecklenburg- Vorpommern eher kleinere Fische ins Netz. Während im Hamburger Hafen Schmuggler versuchen, ganze Container mit gefälschter Ware nach Deutschland einzuführen, ist für Mecklenburg-Vorpommern der Reiseschmuggel typisch, wie Petrick berichtet. Der größte Fund des Jahres gelang den Zöllnern im Nordosten gleich im Januar am Autobahn- Grenzübergang Pomellen, wo sie 256 000 illegale Glimmstängel in einem polnischen Kleintransporter fanden. Der Zoll verhinderte einen Steuerschaden von rund 43 500 Euro.

Bei dem so genannten "Ameisenschmuggel" erwiesen sich die Täter auch 2007 als erfinderisch. So wollte sich ein Litauer offensichtlich mehr als einen bescheidenen Campingurlaub über den Glimmstängel- Schmuggel finanzieren. Exakt 876 Zigarettenstangen - rund 175 000 Zigaretten - fanden die Zöllner im September im Fährhafen Sassnitz in den Seiten- und Deckenwänden seines Campinganhängers.

Auf besondere Türfüllungen stießen die Zöllner im Oktober am Grenzübergang Pomellen. In den 26 Import-Türen auf der Ladefläche hatte der Fahrer eines Kleintransporters rund 126 000 Zigaretten verstaut. Gerade der Erfindungsreichtum und die Akkuratesse, mit der die Kriminellen die Verstecke herrichten, lässt die Zöllner vermuten, dass die Täter damit nicht nur eigene Kassen aufbessern wollen, sondern als Teil eines kriminellen Netzes agieren. "Das macht nicht der kleine Schrauber von nebenan", sagt Petrick.

Um die Verstecke ausfindig zu machen, setzen die Zöllner auf Erfahrung, Röntgenanlagen oder tierische Helfer. So erschnüffelte die Supernase von Zollhund Bonny im Juli 2007 in Pomellen rund 1250 Stangen mit 250 000 Zigaretten in den Seitenwänden der Ladefläche eines Lastwagens. Durch den Einbau einer doppelten Wand hatten die Schmuggler den Hohlraum zu einem Versteck umgebaut. Der Steuerschaden, den Bonny verhinderte, betrug rund 35 000 Euro.

Auch Alkohol lässt sich auf dem Schwarzmarkt zu Geld machen - allerdings nicht in Deutschland, sondern in Skandinavien. So hatte ein polnischer Autofahrer in seinem Fahrzeug eine besondere Form von Sprit - nämlich illegalen Alkohol in der Schnapszahlmenge von 222 Litern - verstaut. Sein Pech: Bei einer Routinekontrolle im Fährhafen Sassnitz entdeckten die Zöllner die 106 Flaschen mit 91,5-prozentigem Äthanol in einem doppelten Boden. Statt auf dem schwedischen Schwarzmarkt landete die Ladung im Zolllager.

MVregio Landesdienst mv/hst

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Artikel erstellt: 27.12.2007, 05:14, 3468 Anschläge

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