Rechte in Doberan machen Hausbesuche und helfen bei Hartz IV Fragen
16.03.2006: Bad Doberan/MVr Anfangen tut es mit einen relativ harmlosen Din A4 Blatt auf dem eine "Bürger-Interessengemeinschaft Hanse M-V" sich anbietet und dem Bürger mit markigen Sprüchen erklärt,
warum es allen so schlecht geht. Es geht um Hartz IV und ALG II, um Kürzung des Unterkunft - Geldes im Landkreis Bad Doberan und es wird von Ausländern gesprochen, die deutsche Arbeitsplätze belegen, von Osteuropäern, die nach Deutschland kommen und uns aussaugen etc.
Die Rechten sind gut organisiert und machen neuerdings auch Hausbesuche. Gut gekleidet und fast so, als wären sie von den Mormonen klingeln sie zur besten "Sendezeit" um 19 Uhr in Bad Doberan an den Haustüren. Sie sind sehr höflich und haben gute Umgangsformen. "Wenn wir sie stören, dann entschuldigen sie unsere Störung", so einer der Herren und schlägt auch sofort vor, ein anderes Mal wiederzukommen wenn es dann gewünscht wird. Information und Hilfe in Sachen Hartz IV haben sie im Gepäck und sind auch behilflich wenn um Ärger mit der ARGE geht. Bei dieser Gelegenheit kann man dann auch gleich Mitglied der NPD werden und in div. Aktionsgruppen sich heimisch fühlen, ganz nach dem Motto "Wir sind ja alle arme Schweine".
Es sei eine neue Qualität, die da von den Rechten vorgelegt wird, meint Wolfgang Leuchter von der L.PDS gegenüber MVregio und betont: "Wir haben es nicht mehr mit "Rechten" in Springerstiefeln und Bomberjacken zu tun, sondern immer mehr mit gut geschulten und äußerlich tadellos gekleideten Damen und Herren" Aber auch bei der CDU und der SPD beobachtet man das Treiben der Rechten. Leider beobachtet man nur, und so wundert es dann auch keinen, wenn man Dienstag bei der Vorstellung des Aktionsbündnisses "Bunt statt Braun" erfahren konnte, dass "Rechts sein" nun mal auch eine politische Meinung ist.
Keine geringere als die Vorsitzende von "Bunt statt braun", Britta Volle unterstrich, dass auch die NPD eine demokratisch gewählte Partei sei und Meinungsfreiheit gelte nun mal für alle. Von diesem "Missverständnis" wollte sich auch der Oberbürgermeister Roland Methling (Parteilos) nicht so richtig distanzieren und bestätigte die Vertreterin von "Bunt statt Braun" in ihrem eigenartigen demokratischen Politikverständnis, wenn es um die NPD geht.
Mvregio Landesdienst cb/dbr
