Während im privaten Raum bereits seit einigen Jahren an einer Weiterentwicklung der Verkehrswende gearbeitet wird, wenn bis dato auch mit überschaubarem Erfolg, stand die Mobilität auf vier und mehr Rädern in der Wirtschaft nie zur Debatte. Speziell LKWs gelten nicht nur als unersetzlich, sondern auch als eine der umweltfreundlicheren Alternativen innerhalb von innerkontinentalen Lieferketten. Veränderungen gab es in der Branche jüngst dennoch genügend.
Flottenmanagement im digitalen Zeitalter
Zuletzt kriselte es gleich aus mehreren Gründen in der deutschen Automobilwirtschaft: Car-Sharing sollte ein Treiber der Verkehrswende werden und zur Abkehr vom Individualverkehr führen, was aber gemeinhin als gescheitert gilt. Parallel dazu kämpfen deutsche Autobauer mit E-Auto-Alternativen chinesischer Hersteller, auch das bis dato weitgehend erfolglos.
Ein anderes Bild zeigt sich in den Fahrzeugen, die innerhalb von Logistikunternehmen den Fuhrpark bilden. LKW und Co. sind nach wie vor gefragt, auch für deutsche Autobauer wie Mercedes-Benz sind sie weiterhin ein Absatzgarant. Parallel dazu durchläuft die Branche gleich mehrere Wandel gleichzeitig: Nicht nur wird der Fuhrpark in vielen Unternehmen fortlaufend elektrischer und damit umweltfreundlicher, auch neuartige Technologien kommen da vermehrt zum Einsatz – beispielsweise in Form von dauerhaften Fahrzeug-Trackings, intelligent geplanten und fortlaufend adjustierten Routen sowie teilautomatisierten Fahrassistenten.
Fleetmanagement soll und muss wirtschaftlicher werden
Verizon fasste in seiner eigens durchgeführten Studie das Gesamtbild der Branche treffend zusammen: Wirtschaftlicher soll sie werden, umweltfreundlicher ebenso – und fortlaufende Trackings der Flotte werden nach und nach zum Standard.
Akteure innerhalb der Branche, die für die Studie von Verizon befragt wurden, rückten vor allem Kostensenkungen in den Fokus. Hier kommt das in einem professionellen Fleetmanagement häufig genutzte GPS-Tracking ins Spiel. Logistikunternehmen setzen schon heute vielmals darauf, durchaus mit belastbaren Erfolgen. Demnach reduzierten sich sowohl die Kraftstoff- als auch Unfallkosten in einem erheblichen Maße, sogar die Kosten für plan- und außerplanmäßige Wartungen ließen sich reduzieren – ebenso wie die für die Flotte fälligen Versicherungsprämien.
Für Unternehmen der Logistikbranche sind derartige Kostensenkungen essenziell: Nicht nur stehen sie konsequent in Konkurrenz gegenüber alternativen Logistikrouten, allen voran per Schiff, auch hat die Branche nach wie vor noch mit den Kostensteigerungen aus der inflationären Phase in den Jahren 2022 und 2023 zu kämpfen.
Viele Fahrzeugflotten werden elektrischer – aber in überschaubarem Tempo
Die im Zuge der Verkehrswende oftmals ausgerufenen ehrgeizigen Ziele konnten nur wenige Unternehmen halten. Selbiges gilt im Übrigen auch für den Privatverkehr, wo der innerdeutsche E-Auto-Markt nach wie vor nur in einem überschaubaren Tempo wächst. Logistikunternehmen setzen bisher nur zögerlich auf E-Autos.
Die Gründe dafür sind laut der Studie vielschichtig:
- Unternehmen beklagen mangelhafte Ladeinfrastrukturen
- ebenso wie hohe Einkaufspreise gegenüber klassischen Diesel- oder Benzinfahrzeugen
- die überschaubare Reichweite der aktuellen Akku-Lösungen ist speziell in der Logistik ein Problem
Trotzdem schneidet Deutschland zumindest innerhalb Europas nicht zwangsläufig schlecht ab. Wie die Studie angibt, haben hierzulande immerhin mehr als die Hälfte der Unternehmen E-Autos in der eigenen Flotte. Besser schneidet bis dato nur Großbritannien ab, Frankreich und Spanien siedeln sich hinsichtlich der E-Flotten-Verbreitung knapp hinter Deutschland an – Portugal und Irland sind hingegen weit abgeschlagen.
Fahrzeuge müssen effizienter verwaltet und eingesetzt werden
Asset- und GPS-Tracking stehen in der Branche hoch im Kurs. Die Digitalisierung nahm auch auf das Fleetmanagement und die Logistikbranche erheblichen Einfluss, zum Beispiel um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, Fahrer besser einzusetzen oder schlicht um die nötige Zeit für geplante Routen möglichst kurz zu halten. Schon heute nutzt ein Großteil der Unternehmen, die einen mittleren oder großen Fuhrpark haben, fortlaufend auf (intelligentes) Tracking der eigenen Fahrzeuge.
Die Vorteile der digitalen Unterstützung sind erheblich: Neben den schon erwähnten wirtschaftlichen Vorteilen, sind es beispielsweise auch effizienter geplante Wartungsintervalle, die Vorteile schaffen. Werden Wartungen vorausschauend durchgeführt, anhand von zuvor erfassten Daten, reduzieren sich auf der Gegenseite die Ausfallzeiten innerhalb des Fuhrparks. Einige Unternehmen greifen sogar schon auf KI-gestützte Hilfsmittel zurück.
Die Künstliche Intelligenz ist dann oftmals vor allem für die Routenplanung verantwortlich und kann anhand aktueller Daten beispielsweise in Echtzeit alternative Routen planen, um Verzögerungen präventiv zu vermeiden und um individuell auf die Verkehrsauslastung oder Unfälle zu reagieren.














