Ob die Digitalisierung, neuartige Technologien oder schlicht der globale Wettbewerb: Wer im 21. Jahrhundert als Unternehmen, Solo-Selbständiger oder generell in der Privatwirtschaft bestehen möchte, muss konsequent auf Veränderungen reagieren. Die eigene Wettbewerbsfähigkeit bestimmen aber nicht „nur“ Produkte und Dienstleistungen, sondern ebenso interne Prozesse und Arbeitsweisen. Genau da setzen viele Betriebe auf Flexibilität – oder besser eine teamübergreifende Agilität.
Unternehmen können Agilität lernen – und müssen das vielmals
Wandel und Transformation finden in den meisten Unternehmen fortlaufend statt, häufig aber eher in überschaubarem Rahmen. Wirklich große Transformationen sind zwar risikoreich, dennoch manchmal aber schlicht notwendig, um sich selbst als Unternehmen für die Zukunft zu positionieren. Der Wunsch nach einer geordneten und strukturierten Transformation bestimmt aber nicht nur die Führungsetagen in Unternehmen, sondern auch die Coaches und Berater, die dazu verwandte Leistungen anbieten.
Sie können in Unternehmen zweierlei tätig werden: Einerseits indem sie einzelne Maßnahmen aus dem Change-Management selbst vorantreiben oder indem sie ihr Wissen rund um agile Transformationen an angehende Coaches weitergeben. Die Rolle in Unternehmen von solchen agilen Coaches ist also nicht unbedingt mit Fachkräften gleichzusetzen, die agile Arbeitsmethoden beherrschen, wie beispielsweise Scrum Master. Viel mehr widmen sich agile Coaches einem ganzheitlichen Wandel, der sich im Unternehmen durch alle Bereiche und die interne Kultur ziehen soll.
In Anbetracht der notwendigen Transformation, wie sie internationale Konzerne nicht weniger als KMUs und jahrzehntealte Traditionsbetriebe betrifft, dürften die jüngsten Wachstumszahlen des Beratermarkes nicht überraschen. Coaches und Berater sind gefragt wie selten zuvor – und werden das in Anbetracht der geopolitischen Situation, den neuen Hürden im internationalen Handel und der Digitalisierung auch künftig bleiben.
Notwendiges Change-Management schafft neue berufliche Perspektiven
Schon heute gehen agile Coaches bei vielen Unternehmen ein und aus. In Anbetracht der vielfach stattfindenden Transformationen überrascht das nicht, auf der Gegenseite könnte die beständig hohe Nachfrage für Fachkräfte auch mit einer beruflichen Veränderung einhergehen. Eine Agile Coach Ausbildung vermittelt Interessierten, wie sie selbst als agiler Coach im Unternehmen tätig werden – wahlweise in Festanstellung oder zum Beispiel als Freiberufler.
Agile Coaches müssen dafür im Unternehmen beziehungsweise bei ihren Kunden mehrere Hüte tragen. Sie sind natürlich ein Berater, genauso aber auch Mentor. Vor Ort veranstalten sie beispielsweise Trainingseinheiten, koordinieren Weiterbildungen oder moderieren, um die Belegschaft kontinuierlich und sinnvoll an Veränderungen heranzuführen.
Ein Blick auf die Kompetenzen, die künftige agile Coaches mitbringen sollten, verdeutlicht das:
- sie kennen agile Framworks wie Kanban und Scrum und können beide auch als Mentor vermitteln
- sie haben hilfreiche Soft Skills, wie Empathie, zufriedenstellende Konfliktlösungen und ein kommunikatives Talent
- idealerweise haben sie bereits Erfahrungen im Change Management oder zumindest ein großes Interesse daran
- eine systematische Denkweise und lösungsorientiertes Arbeiten sind als Coach immer notwendig
Solche Kompetenzen verstehen sich gewissermaßen als symbolischer Werkzeugkasten. Agile Coaches können bei ihren Kunden und in Unternehmen dann je nach Bedarf unterschiedliche Instrumente aus diesem Werkzeugkasten entnehmen, um die aktuelle Ist-Situation zur gewünschten Soll-Situation zu verändern – und so die eigentliche Zielsetzung zu erfüllen.
Den Herausforderungen unserer Zeit mit Agilität begegnen
Die Arbeitswelt verändert sich immer: Ob ehemals von der Landwirtschaft zur Industrie oder nun immer stärker von der Industrie hin zum Digitalwesen. Eine hohe Anpassungsfähigkeit ist folglich essenziell, wobei diese einerseits die Unternehmen selbst, genauso aber einzelne Fachkräfte betrifft. Gerade für die sind die Veränderungen tiefgreifend: Jahrzehntelang ausgeübte Berufe gehen verloren, neue Berufe und Perspektiven entstehen. Agilität und Flexibilität sowie der Willen sich selbst weiterzuentwickeln werden so essenziell, um den eigenen Marktwerkt in der Privatwirtschaft weiterhin zu erhalten.
Es muss aber nicht einmal zwangsläufig zu einer 90-Grad-Wende im Karriereweg kommen. Agile Coaches können auch solche werden, die schon heute fest im Sattel des Unternehmens sitzen. Führungskräfte, HR-Personal und Projektmanager profitieren von verinnerlichten agilen Denkweisen ebenso und können erlerntes Wissen nutzen, um im Unternehmen notwendige Veränderungen anzustoßen. Genügend gibt es davon auch in Zukunft allemal, sei es durch Automation, KI, alternative Arbeitsmodelle, Remote-Work oder dem omnipräsenten Fachkräftemangel.














