Deutschlands umfangreicher gesetzlicher Rahmen für Sicherheitsbekleidung
Konkretisiert werden die Vorgaben des Weiteren in der Betriebssicherheitsverordnung und der PSA-Benutzerverordnung. Letztere nimmt Deutschlands Arbeitgeber in die Pflicht: Auch Sicherheitsschuhe, sofern notwendig, müssen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Arbeitnehmer müssen diese indes fortlaufend tragen, sofern eine Vorschrift dafür existiert. Grundlos existieren diese Vorgaben selbstverständlich nicht: Allein für das Jahr 2023 berichtete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung von mehr als 10.200 schweren Unfällen am Arbeitsplatz.
Arbeitgeber müssen auf die jeweilige Sicherheitsklasse achten
Im Regelfall ist es Aufgabe der Unternehmen das Schuhwerk bereitzustellen. Sie könnten diese Aufgabe aber auch an Arbeitnehmer delegieren und den Kauf der notwendigen Sicherheitsschuhe anschließend vollständig ersetzen. Unabhängig davon, wer genau die Schuhe kauft, ist darauf zu achten, dass diese den Anforderungen entsprechen.
Als Orientierung hierfür dienen die gängigen Sicherheitsklassen:
- S1 Sicherheitsschuhe haben antistatische Eigenschaften und integrierte Schutzkappen
- S1P bringen dieselben Sicherheitsstandards mit, haben aber zusätzlich noch den bereits erwähnten Durchtrittschutz
- S2 Sicherheitsschuhe kommen in feuchten Arbeitsumgebungen zum Einsatz, da sie zusätzlich noch wasserdicht sind
- S3 Sicherheitsschuhe bieten einen besonders umfassenden Schutz, da sie alle Vorteile und Sicherheitsmechanismen der vorherigen Sicherheitsklassen vereinen
- S3 Schuhe haben übrigens auch profilierte Laufsohlen, die beispielsweise an besonders feuchten oder öligen Arbeitsplätzen ebenso wie bei Arbeiten in der Höhe unabdingbar sind.
Arbeitskleidung als Gesamtkonzept: Mehr als nur Schuhe
Während Sicherheitsschuhe das Fundament der persönlichen Schutzausrüstung bilden, ist die richtige Arbeitskleidung ein ganzheitliches Konzept. Je nach Arbeitsbereich kommen verschiedene Kleidungsstücke zum Einsatz, die speziell auf die jeweiligen Gefährdungen abgestimmt sind.
Schutzhelme sind in der Bauindustrie, im Bergbau und in vielen Industriezweigen unverzichtbar. Sie schützen vor herabfallenden Gegenständen und können bei modernen Ausführungen sogar mit integrierten Beleuchtungssystemen oder Kommunikationsgeräten ausgestattet sein.
Warnschutzkleidung in leuchtenden Farben mit reflektierenden Streifen ist überall dort Pflicht, wo Fahrzeugverkehr eine Gefahr darstellt. Diese Kleidung erhöht die Sichtbarkeit erheblich und kann Leben retten – sei es auf Baustellen, in Lagerhallen oder bei Straßenarbeiten.
Schutzhandschuhe variieren stark je nach Einsatzbereich: Während in der Chemiebranche säureresistente Handschuhe erforderlich sind, benötigen Schweißer hitzebeständige Modelle, und in der Lebensmittelindustrie stehen hygienische Aspekte im Vordergrund.
Schutzanzüge und Arbeitsjacken aus speziellen Materialien schützen vor chemischen Einwirkungen, extremen Temperaturen oder mechanischen Verletzungen. Moderne Arbeitskleidung kombiniert dabei Schutzfunktion mit Tragekomfort und berücksichtigt ergonomische Aspekte.
Die Auswahl der richtigen Arbeitskleidung erfordert eine detaillierte Analyse der Arbeitsplatzrisiken. Nur durch die optimale Abstimmung aller Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung kann ein Maximum an Sicherheit erreicht werden.
Neue Trends aus der Welt der Arbeitssicherheit
Sicherheit und Nachhaltigkeit schließen sich gegenseitig nicht aus. Das beweisen viele Hersteller mit ihren „grünen“ Serien. Diese bestehen normalerweise vollständig oder zumindest teilweise aus umweltfreundlichen Materialien. Ebenso haben sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte intelligente Verschlusssysteme etabliert. Selbige fixieren den Schuh nicht nur klassisch an der Oberseite, sondern sorgen für einen passgenauen Sitz rund um den Fuß.














