Auf Sicherheitsschuhen stehen Deutschlands Industriearbeiter

Als weltweit bekannteste Industrienation erlangte die Bundesrepublik ihren Wohlstand. Heute noch ist Deutschlands Wirtschaft maßgeblich durch die Industrie geprägt, sei es in Form der großen deutschen Autohersteller, Zulieferer, Chemieunternehmen oder beispielsweise dem mittelständischen Handwerk. Nahezu überall schreibt der Gesetzgeber adäquate Sicherheitskleidung für die jeweiligen Mitarbeiter vor – das fängt im Regelfall ganz unten, nämlich beim korrekten Schuhwerk, an.

Deutschlands umfangreicher gesetzlicher Rahmen für Sicherheitsbekleidung

Die Notwendigkeit von Sicherheitsschuhen ergibt sich gleich aus mehreren Gesetzen: Dem Arbeitsschutzgesetz beispielsweise, das für Unternehmen eine objektive Gefährdungsbeurteilung vorgibt und Arbeitgeber zugleich verpflichtet, den eigenen Mitarbeitern eine persönliche Schutzausrüstung (kurz: PSA) bereitzustellen. Die ist immer dann notwendig, wenn sich Risiken nicht hundertprozentig ausschließen oder vermeiden lassen.

Konkretisiert werden die Vorgaben des Weiteren in der Betriebssicherheitsverordnung und der PSA-Benutzerverordnung. Letztere nimmt Deutschlands Arbeitgeber in die Pflicht: Auch Sicherheitsschuhe, sofern notwendig, müssen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Arbeitnehmer müssen diese indes fortlaufend tragen, sofern eine Vorschrift dafür existiert. Grundlos existieren diese Vorgaben selbstverständlich nicht: Allein für das Jahr 2023 berichtete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung von mehr als 10.200 schweren Unfällen am Arbeitsplatz.

Noch gravierender ist die Anzahl der Todesfälle am Arbeitsplatz, die häufiger die Marke von einem unter 100.000 Arbeitnehmern jährlich knackt. Zwar finden lebensbedrohliche Unfälle typischerweise nicht an den Füßen statt, trotzdem steigern Sicherheitsschuhe auch da das Sicherheitsniveau – beispielsweise durch rutschfeste oder speziell behandelte Sohlen, die einen sicheren Stand ermöglichen.

Arbeitgeber müssen auf die jeweilige Sicherheitsklasse achten

Im Regelfall ist es Aufgabe der Unternehmen das Schuhwerk bereitzustellen. Sie könnten diese Aufgabe aber auch an Arbeitnehmer delegieren und den Kauf der notwendigen Sicherheitsschuhe anschließend vollständig ersetzen. Unabhängig davon, wer genau die Schuhe kauft, ist darauf zu achten, dass diese den Anforderungen entsprechen.

Als Orientierung hierfür dienen die gängigen Sicherheitsklassen:

  • S1 Sicherheitsschuhe haben antistatische Eigenschaften und integrierte Schutzkappen
  • S1P bringen dieselben Sicherheitsstandards mit, haben aber zusätzlich noch den bereits erwähnten Durchtrittschutz
  • S2 Sicherheitsschuhe kommen in feuchten Arbeitsumgebungen zum Einsatz, da sie zusätzlich noch wasserdicht sind
  • S3 Sicherheitsschuhe bieten einen besonders umfassenden Schutz, da sie alle Vorteile und Sicherheitsmechanismen der vorherigen Sicherheitsklassen vereinen
  • S3 Schuhe haben übrigens auch profilierte Laufsohlen, die beispielsweise an besonders feuchten oder öligen Arbeitsplätzen ebenso wie bei Arbeiten in der Höhe unabdingbar sind.

Arbeitskleidung als Gesamtkonzept: Mehr als nur Schuhe

Während Sicherheitsschuhe das Fundament der persönlichen Schutzausrüstung bilden, ist die richtige Arbeitskleidung ein ganzheitliches Konzept. Je nach Arbeitsbereich kommen verschiedene Kleidungsstücke zum Einsatz, die speziell auf die jeweiligen Gefährdungen abgestimmt sind.

Schutzhelme sind in der Bauindustrie, im Bergbau und in vielen Industriezweigen unverzichtbar. Sie schützen vor herabfallenden Gegenständen und können bei modernen Ausführungen sogar mit integrierten Beleuchtungssystemen oder Kommunikationsgeräten ausgestattet sein.

Warnschutzkleidung in leuchtenden Farben mit reflektierenden Streifen ist überall dort Pflicht, wo Fahrzeugverkehr eine Gefahr darstellt. Diese Kleidung erhöht die Sichtbarkeit erheblich und kann Leben retten – sei es auf Baustellen, in Lagerhallen oder bei Straßenarbeiten.

Schutzhandschuhe variieren stark je nach Einsatzbereich: Während in der Chemiebranche säureresistente Handschuhe erforderlich sind, benötigen Schweißer hitzebeständige Modelle, und in der Lebensmittelindustrie stehen hygienische Aspekte im Vordergrund.

Schutzanzüge und Arbeitsjacken aus speziellen Materialien schützen vor chemischen Einwirkungen, extremen Temperaturen oder mechanischen Verletzungen. Moderne Arbeitskleidung kombiniert dabei Schutzfunktion mit Tragekomfort und berücksichtigt ergonomische Aspekte.

Die Auswahl der richtigen Arbeitskleidung erfordert eine detaillierte Analyse der Arbeitsplatzrisiken. Nur durch die optimale Abstimmung aller Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung kann ein Maximum an Sicherheit erreicht werden.

Neue Trends aus der Welt der Arbeitssicherheit

Sicherheit und Nachhaltigkeit schließen sich gegenseitig nicht aus. Das beweisen viele Hersteller mit ihren „grünen“ Serien. Diese bestehen normalerweise vollständig oder zumindest teilweise aus umweltfreundlichen Materialien. Ebenso haben sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte intelligente Verschlusssysteme etabliert. Selbige fixieren den Schuh nicht nur klassisch an der Oberseite, sondern sorgen für einen passgenauen Sitz rund um den Fuß.