Wertschutzschränke sind nicht nur Tresore
Beim Begriff Wertschutzschrank werden bei den meisten Lesern Assoziationen zu Tresoren nicht weit entfernt sein. Da wiederum denkt man höchstwahrscheinlich direkt an den großen Banktresor. Ein Wertschutzschrank ist aber nicht zwangsläufig identisch gegenüber einem Tresor – das anzunehmen wäre schlichtweg falsch.
Ein herkömmlicher Tresor hat nämlich, ebenso wie ein Wertschutzschrank, einen gesicherten Schließmechanismus. Die über eine objektive Zertifizierung erlangte Sicherheitsstufe inklusive geprüfter Einbruch- und Feuerschutzklasse ist aber zunächst nur den professionellen Wertschutzschränken vorbehalten. Dafür gibt es, was in einem so hochsensiblen Bereich nicht überraschen sollte, mit der EN 1143-1 sogar eine standardisierte Vorgabe.
Im Gewerbesektor sind solche Wertschutzschränke fester Bestandteil der Ausstattung. Sie kommen zum Beispiel hier zum Einsatz:
- in Arztpraxen zur Lagerung sensibler, aber nicht kühlpflichtiger Medikamente und für Patientenunterlagen
- in Kanzleien für juristisch sensible Dokumente
- bei kleinen Unternehmen zur Sicherstellung des Schutzes personenbezogener, physisch aufbewahrter Daten
- in vielen anderen Gewerbeeinheiten, um Wertsachen, Geldbestände, Verträge und Co. zu verwahren
Bei Privatpersonen erfüllt der Wertschutzschrank letztlich keinen sonderlich anderen Zweck. Dinge, die besonders wertvoll sind, werden darin ebenso aufbewahrt, wie zum Beispiel wichtige Datenträger, Dokumente oder Verträge. Letztlich eben all das, was einerseits garantiert nicht in falsche Hände geraten soll und was außerdem, bei entsprechender Feuerschutzklassifizierung, auch im Ernstfall geschützt sein soll.
Einbrüche in Deutschland steigen rasant an – damit auch die Nachfrage nach Schutz
Die Polizeiliche Kriminalstatistik hatte für Privatpersonen und Gewerbetreibenden zuletzt leider keine guten Neuigkeiten zu verkünden. Ganz im Gegenteil sogar: Im Jahr 2023 wurde ein Anstieg der Wohnungseinbrüche um satte 18,1 Prozent gemeldet, in der Hauptstadt Berlin fanden sogar 35,2 % mehr Einbrüche als im Vorjahr statt. Während die Zahlen zunächst ein kleiner Schock sein dürften, hilft hier aber eine Einordnung: Nach wie vor wird weniger eingebrochen, als das noch vor der Corona-Pandemie der Fall war. Trotzdem nahm die Polizei die aktuelle Entwicklung zum Anlass mit der Aktion „Riegel vor“ für mehr Eigenschutz im eigenen Zuhause zu plädieren.
Natürlich sollten Türen gesichert und verschlossen sein und selbstverständlich hält selbst der beste Wertschutzschrank Einbrecher nicht bei ihrem Versuch in die Wohnung zu gelangen auf. Ebenso steht außer Frage, wie traumatisierend ein stattgefundener Einbruch oder überhaupt nur der Versuch es bereits ist. Trotzdem: Bei all dem mentalen Stress und unabhängig von den anderen Sicherheitsmaßnahmen, sind wertvolle Dinge nun einmal besonders umfangreich zu schützen. Der Wertschutzschrank hält Einbrecher zwar nicht auf, er stellt im Idealfall aber zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sicher, dass sich der wirtschaftliche Schaden des Einbruchs in Grenzen hält.
Wertschutzschränke sind mit Hinblick auf Versicherungen relevant
Ob die teure Rolex-Uhr, Goldmünzen oder Diamantschmuck: Wirklich wertvolle Dinge und Schmuckstücke versichern Versicherer im Regelfall nur unter einer Bedingung – wenn diese Sachen bestmöglich geschützt werden. Deshalb lassen sich solche Versicherungen, die vor dem finanziellen Verlust schützen, normalerweise auch nur abschließen, wenn diese Dinge in einem zertifizierten Wertschutzschrank aufbewahrt werden. Einfache Tresore oder kleine Blechbehälter erkennen Versicherer hingegen meist nicht an.
Für Gewerbetreibende ebenso wie Privatpersonen stellen sich deshalb zunächst drei Fragen:
- Was soll in dem Wertschutzschrank gelagert werden?
- Welchen aktuellen (und perspektivischen) Wert haben die darin gelagerten Dinge?
- Welche Voraussetzungen stellt der Versicherer, um den Wert mit einer Police zu schützen?
Aus diesen Fragen und deren Antworten ergibt sich entsprechend der EN 1143-1 und der darüber erteilten Klasse des Wertschutzschrankes die zulässige Versicherungssumme. Die beginnt bei Privatpersonen mit einem Klasse 0 Wertschutzschrank oftmals bei 40.000 Euro. Bei einem Klasse 5 Wertschutzschrank lässt sich der Inhalt oft sogar mit bis zu 500.000 Euro versichern.














